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Balkan – Älteste Zivilisation der Welt

HAARALD HARMANN, WELTBEKANNTER ARCHEOLOG UND AUTOR VIELEN BÜCHER ÜBER HOCHKULTUR EUROPAS

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Gespräch geführt von:Milan Starcevic

 

Ihr Buch Das Rätsel der Donauzivilisation. Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas, hat viel Staub in europäischen Kreisen ausgelöst, denn Sie behaupten die Wiege der Zivilisation fand auf den Balkanhalbinsel statt. Die gesamte Welt ist die Meinung das unsere Zivilisation in Mesopotamien Wurzel hat. Ist es Zeit das man die Geschichts und Schulbücher korrigieren muss?

 

Eine Revision der alten Lehrmeinung, wonach Mesopotamien angeblich die Wiege der westlichen Zivilisation sei, ist dringend erforderlich, denn wir müssen unser Geschichtsbewusstsein an aktuellen Erkenntnissen orientieren und veraltete Denkschablonen "entsorgen", so wie Problemmüll. Wenn wir unsere Wissensbildung auf dem modernen Stand wissenschaftlicher Forschung aufbauen, besitzen wir den Vorteil, dass unsere Pläne für die Zukunft realistisch und erfolgversprechend sind.

 

 

Was haben sie herausgeforscht über den Beginn (vor viewiel Tausend Jahren) von Donauzivilisation?

 

Bereits um 6500 v. Chr. nahmen viele einheimische Gruppen von Jägern und Sammlern in der Balkanregion das Agrarpaket (agrarian package) an, das mit einigen Pioniergruppen aus Anatolien nach Südosteuropa gebracht worden war. Die anatolischen Bauern siedelten aber nur in Thessalien (Mittelgriechenland), und über den Kontakt mit den einheimischen Alteuropäern verbreitete sich der Ackerbau. Die Alteuropäer gewöhnten sich an die Pflanzenkultivation und an eine sesshafte Lebensweise. Sie kreuzten anatolische Kühe mit dem einheimischen Auorochsen und züchteten eigene Rinder. Schon bald war die Entwicklung in Südosteuropa rasanter als in Anatolien.

Die formative Periode der alteuropäischen Kultur dauerte ca. 1000 Jahre. Um 5500 v. Chr. wurde Vinca gegründet, und die Kulturentwicklung beschleunigte sich. Spätestens um 5000 v. Chr. erreichte Alteuropa das Stadium einer Hochkultur (mit Metallurgie: Schmelzen von Kupfer seit 5400 v. Chr., mit Schrift und Zahlenschreibung, mit den Anfängen von Monumentalarchitektur: Heiligtum von Parta in Transsilvanien). Das heisst, es gab bereits vor 7000 Jahren in Europa eine frühe Zivilisation mit fortschrittlichen Technologien. 

 

 

Beschreiben Sie in kurzen wie diese ersten Einwohner ausgesehen haben: mit was haben sie sich beschäftigt; wie waren Ihre Bräuche; Ehe; wie sahen Ihre Dörfer oder Städte aus?

 

Wie die Alteuropäer aussahen, wie sie sich gekleidet haben und wie sie ihr Haar trugen, das kann man anhand der Tausenden von Figurinen studieren, die überall auf dem Balkan ausgegraben worden sind. Viele Männer trugen Bärte, die Frauen trugen ihr Haar offen und schulterlang, oder in Zöpfen und geflochten. Die Kleidung der Frauen waren halblange oder lange Gewänder, die sich in Falten um den Körper legten, es wurden Gürtel und Schmuck verwendet (z.B. Halsketten, Armreifen aus Spondylus-Muscheln, Brustplatten).

            Die Alteuropäer gehörten genetisch zur altmediterranen Bevölkerung; der Körperbau war grazil. Die Humangenetiker haben einen markanten Genpool identifiziert, den sogenannten "mediterranen Außenlieger (Mediterranean outlier)", dessen Ausdehnung ungefähr der Kulturlandschaft in Alteuropa entspricht.

            Die Alteuropäer haben fortschrittliche Technologien entwickelt und verwendet:

-           Getreideanbau (Verwendung des Pflugs);

-           Brennöfen für das Brennen von Tonware und die Herstellung von Keramik (Verwendung des Töpferrads seit dem 5. Jahrtausend v. Chr.);

-           Schmelzöfen für die Verarbeitung von Metall (Kupfer und Gold); in diesen Brennöfen konnten Temperaturen von über 1000° erzeugt und kontrolliert werden;

-           Webtechnik und Textilherstellung;

-           Bautechnik (ein- und zweistöckige Gebäude, Wohnhäuser und Tempel);

-           Bootsbau (für den Verkehr auf den Flüssen); Schiffsbau (für Fahrten auf offenem Meer); Reste der alten Schiffsbauterminologie sind im Altgriechischen erhalten;

-           reger Handel mit Spondylus, Obsidian, Salz, Metall, Keramik;

-           Schrifttechnologie;

-           abstrakte Kunst (Figurinen)

 

 

Dem folge nach hatten die Donauvölker auch als erster Schrift, sogar vor den Ägypten und Korfioten?

 

Viele Schriftforscher sind inzwischen bereit, über die Existenz von Schrift in Alteuropa zu diskutieren, andere sind bisher skeptisch geblieben. Die traditionellen Definitionen von Schrift lassen sich ohne Probleme auf den Zeichengebrauch in Alteuropa anwenden: systematischer und intentionaler Gebrauch konventioneller Zeichen; Verwendung von mehreren Hundert Zeichen (alle alten Schriften operieren mit einer großen Zahl an Zeichen); der Zeichenschatz besteht als bildhaften und auch abstrakten Zeichen (diese Kombination ist typisch für alle alten Schriften); Beschreibstoff war Ton und Inschriften wurden in die Wände von Tongefäßen oder in Figurinen geritzt; die Inschriften waren im allgemeinen kurz (wie in der Indus-Zivilisation und bei den altchinesischen Orakelinschriften).

Die sozialen Funktionen der alteuropäischen Schrift waren solche einer Schrift im Dienst der Religion. Die Inschriften finden sich vorwiegend auf Artefakten, die keine Rolle im Wirtschaftsleben spielten, und zwar auf Ritualobjekten, Figurinen, Miniaturaltären u.ä. Ähnliche religiöse Funktionen der Schrift sind für die ältesten Schriftfunde in Ägypten (Gräberfunde der vor-dynastische Periode von Abydos) dokumentiert, wo Weihinschriften in einer Vorstufe der Hieroglyphen auf Grabstatuen gefunden wurden. Auch die Orakelknochen in Altchina und die Siegelinschriften von Harappa im Industal deuten auf religiöse Funktionen. Der ökonomische Schriftgebrauch in Mesopotamien (altsumerische Tontafeln) ist eigentlich eher eine Ausnahme im Kreis der frühen Schrifttraditionen.

 

 

 

Slawische Völker sind durch Sprachen, Religion, Kultur, Bräuchen etc. verbunden. Die slawischen Sprachen gehören einer der indoeuropäischen Sprachfamilien in Europa. Die Forscher sind noch immer auf der Suche nach dem Ursprungsgebiet der Slawen. Da die slawische Schrift erst im 9. Jahrhundert entwickelt wurde (Glagolitische Schrift) und die frühen Slawen abseits der lese- und schreibkundigen Zivilisation lebten, sind schriftliche Aufzeichnungen über sie rar. Können Sie vielleicht alle diese Thesen dementieren und eine Theorie festlegen?

 

Die Alteuropäer gehörten zur einheimischen Bevölkerung, und ihre Sprache war nicht mit dem Indo-Europäischen verwandt. Indoeuropäer hatten zuerst im 5. Jahrtausend v. Chr. mit den Alteuropäern Kontakt, und zwar in der westlichen Ukraine. Um 4500 v. Chr. übernahmen indoeuropäische Steppennomaden die Macht in dem alten Handelszentrum von Varna und etablierten sich dort als Elite. Später (zwischen 3100 und 2900 v. Chr.) sind mehr und mehr Nomaden aus der eurasischen Steppe nach Südosteuropa migriert. Nachkommen dieser frühen Migranten waren die alten indoeuropäischen Balkanvölker: Griechen, Thraker, Makedonier, Illyrer, Daker, u.a.

Auch die slawischen Völker auf dem Balkan sind Nachkommen von Migranten, die im frühen Mittelalter (7. und 8. Jahrhundert) nach Südosteuropa kamen. Es hat sich die Lehrmeinung gefestigt, wonach die Slawen ursprünglich in einer Region des östlichen Mitteleuropa (Ostpolen, westliche Ukraine) gesiedelt haben, von wo sie dann in mehreren Migrationen nach Osten, Westen und Süden gewandert sind. Die genaue Eingrenzung des Ursprungsgebiets ist zwar immer noch umstritten, ich sehe aber prinzipiell die Richtigkeit dieser Annahme.

Zwar besaßen die Slawen ursprünglich keine Schrift, sie haben durch ihre Migrationen aber Kontakt mit Kulturen aufgenommen, wo Schrift verwendet wurde. Das war der Fall bei den südslawischen Stämmen, die in die Balkanregion kamen, wo die Lateinschrift der Römer und die griechische Schrift gebräuchlich waren. Die Schrift wurde von Außen zu den Slawen transferiert, und zwar von den Slawenaposteln Kyrillos (dessen Mutter Makedonin war) und Methodios, zuerst nach Morawien (Mähren), dann nach Kroatien, Makedonien, Bulgarien und Serbien. Das Kloster Ohrid (das ich im vergangenen Sommer besucht habe) hatte zentrale Bedeutung für die frühe Verbreitung von Glagolica und Kyrillica. Die Glagolica hat sich später vorwiegend in Kroatien erhalten, die Kyrillica verbreitete sich bei den meisten Südslawen und allen Ostslawen.

Die südslawischen Migranten des Mittelalters wurden schnell sesshaft und besiedelten altes Kulturland, wo noch alteuropäische Traditionen lebendig waren. Von diesen alten Traditionen übernahmen die südslawischen Völker, die sich auf dem Balkan ausbildeten, vieles. Dazu gehört unter anderem der berühmte Ringtanz (hora). Personen, die den Ringtanz ausführen, sind bereits im 5. Jahrtausend v. Chr. in den sogenannten Hora-Vasen dargestellt worden.

Auch die Griechen sind von Norden her eingewandert und haben sich in ihrer neuen Heimat (Hellas) mit der einheimischen (vor-indoeuropäischen) Bevölkerung vermischt. Aus der Sprache der Alteuropäer haben die Griechen viele Wörter entlehnt, die für uns griechisch klingen, die tatsächlich aber vor-griechischer Herkunft sind. Dazu gehören etwa Keramik, Metall, Kamin, Aroma, Olive, Theater, Psyche und viele andere Ausdrücke.

 

 

Wegen Ihre Arbeit haben Sie viele Osteuropäische Länder besucht. Welche Lokalitäteten haben sie in Serbien besucht? Unter denen waren sicher Lepenski Vir und Vinca. Was ist stärkster Eindruck von Reisen in Serbien wenn es um Archäologischen Forschungen geht?

 

Es stimmt, ich habe Vinca und Lepenski Vir mehrmals und einige andere Stätten in Serbien einmal besucht. Die archäologische Forschung in Serbien ist auf einem hohen Stand und es ist wichtig, dass weiterhin sehr aktiv gegraben wird. Es wäre zu wünschen, dass die Kontakte und der Gedankenaustausch zwischen Archäologen in Serbien und den Nachbarstaaten verstärkt wird, um solche Phänomene der Donauzivilisation stärker herauszuarbeiten, die in der gesamten Balkanregion verbreitet waren; z.B. das Handelsverkehrsnetz, mit Vinca als wichtiger Drehscheibe im zentralen Balkan, mit Varna für den östlichen Balkan; z.B. die Verbreitung des Schriftgebrauchs über die Handelsrouten; z.B. die Verbreitung bestimmter kultureller Leitformen (Gefäßformen), von Vinca bis nach Nordgriechenland.

 

 

Eine grosse Rolle auf Balkan spielt die Religion. In der Bibel lesen wir, dass die Apostolen in Makedonien und Dalmatien gewesen sind und aus dort ihre Geschichten geschrieben haben. Ereignete sich damals, was es Christentum anbelangt, viel in heutigen Balkanhalbinsel?

 

Der Balkan war im Mittelalter eine Region mit sehr aktivem Kulturschaffen, und die Vermittlung des Christentums an die Ostslawen wäre ohne die Kulturleistungen der Südslawen nicht denkbar. Die Orte, wo christliche Literatur aus dem Griechischen ins Makedonische, Bulgarische und Serbische übersetzt wurde, waren Stätten großer Gelehrsamkeit. In Ohrid entstand im 9. Jahrhundert die älteste Universität Europas. Gegründet wurde sie von Kliment, einem Schüler von Kyrill. In der Universitätsgeschichte findet Ohrid aber keinen Platz, denn die dortige Lehrtradition wurde später unterbrochen. Daher gilt Bologna als älteste Universität, wo seit dem 11. Jahrhundert unterrichtet wird.

 

 

Ihr weiteres Werk Mythos Demokratie führt die Hinweis, dass die Demokratie keine Erfindung der Helenen ist, sondern, die sei von Gesellschaftsstruktur der Donauzivilisation gegründet. Vielen sagen dass sei eine sehr mutige Aussage. Oder etwa nicht?

 

In der Schule wird gelehrt, die Demokratie sei eine Erfindung der Griechen, und diese Regierungsform wäre ohne Vorbild eingeführt worden. Jeder, der seinen gesunden Menschenverstand benutzt, wird sich klar darüber sein, dass elementare Gesellschaftsmodelle (wozu auch die Demokratie gehört) nicht einfach so erfunden werden. Als Kleisthenes sein Reformwerk im Jahre 507 v. Chr. durchsetzte, konnte er sich auf die Erfahrung mit der kommunalen Selbstverwaltung in den Dorfgemeinschaften (griech. demoi, deutsch Demen, engl. demes) stützen. Die Verwaltung der Demen hatte eine lange Tradition und reichte über die mykenisch-griechische Periode zurück bis ins Neolithikum. Die Gemeinden der Donauzivilisation verwalteten sich selbst, die Dörfer wurden nicht von warlords, chiefs oder Königen kontrolliert.

In mykenischer Zeit gab es viele Ländereien in kommunalem Besitz (also kein Privateigentum), und darüber gibt es Dokumente (Tontafeln mit Aufzeichnungen in Linear B) aus dem Archiv des Stadtstaates von Pylos (an der Westküste der Peloponnes) aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. Noch in der klassischen Antike (5. und 4. Jahrhundert v. Chr.) waren die ertragreichen Silberminen von Thorikos (südöstlich von Athen) im Besitz der dortigen Gemeinde, des demos. Kommunaler Landbesitz setzt voraus, dass dieser Besitz von einem Gemeinderat verwaltet wird. Die Dorfgemeinschaften im Süden der Balkanregion waren bis in die griechische Ära sehr selbständig, mit eigenen Werkstätten und Selbstversorgung. Später gab es auch Privatbesitz, als der Handel mit Wein und Olivenöl zunahm. Aber das Modell für die demokratische Herrschaft des Athener Stadtstaates war in den Demen lebendig, als Kleisthenes dieses Ordnungsprinzip auf die Stadt (polis) übertrug.

Die Griechen haben also die Demokratie nicht erfunden, wohl aber ein bewährtes Modell kommunaler Selbstverwaltung nach dem Egalitätsprinzip auf ihre Staatsbildung angewendet und weiterentwickelt.

 

 

 

Für die Lesern in Serbien wird es interessant sein, wenn Sie was über westslawischen Volk Sorben (Lausitzer Serben) sagen können. Für serbische Historiker gibt es keine Zweifeln, dass die Sorben mit den Serben verwandt sind.

 

Mir ist nicht klar, was Sie genau damit meinen, "dass die Sorben mit den Serben verwandt sind". Natürlich sind die beiden Völker miteinander verwandt, weil sie beide Slawen sind. Aber sprachlich ist das Sorbische näher mit dem Tschechischen als mit dem Serbischen verwandt. Und die mittelalterliche Geschichte der sorbischen Stämme ist doch mit dem Großmährischen Reich (9. Jahrhundert) verbunden, später mit dem deutschen Kaiserreich.

Die Ähnlichkeit der Namen (Serbski 'sorbisch' : Srpski ' serbisch') ist kein Hinweis auf den Grad der Verwandtschaft. Ähnliches gilt für den Wortstamm slov- wie in Slovenisch, Slovakisch, Slovinzisch. Die Sorben wurden ja auch Wenden genannt.

 

 

Weshalb ist die Wahrheit, dass die Donauzivilisation älteste Kultur ist, immer noch verborgen, quasi ein Tabu Thema? Haben die Historiker, Archäologen und Kulturwissenschaftler uns unbewusst oder sogar absichtlich getäuscht?

 

Wenn sich bestimmte Lehrmeinungen erst einmal etabliert haben, tendieren sie dazu, sich zu verfestigen und penetrant von einer Generation zur nächsten wiederholt zu werden. Und die Schulweisheiten sind sehr hartnäckig und werden vom Kulturmanagement sorgsam gehütet.

Exakte Datierungen sind für die Kulturentwicklung in Südosteuropa erst seit den 1990er Jahren erarbeitet worden. So weiß man erst seit wenigen Jahren, dass die Anfänge der Metallschmelze um 5400 v. Chr. in Südserbien zu suchen sind, nicht in Anatolien und auch nicht im Nahen Osten. Dies bedeutet, man weiß erst seit kurzem, dass die Alteuropäer die Technologie, Kupfer zu schmelzen, früher beherrschten als die Anatolier, die erst Jahrhunderte später damit umgingen. Erst seit etwa zehn Jahren ist das hohe Alter der berühmten Tontäfelchen von Tartaria gesichert, nachdem Knochenreste der Opfergrube an der Universität Heidelberg verlässlich in die Periode um 5300 v. Chr. datiert werden konnten. Ähnlich steht es mit zahlreichen anderen Funden, die erst mit den modernen Datierungsmethoden verlässlich in die Kulturchronologie eingeordnet werden können.

Die Archäologin Marija Gimbutas hat viele Erkenntnisse über Alteuropa publiziert, von denen viele zu ihrer Zeit hypothetisch, also unbewiesen, blieben. Die moderne Forschung hat aber Nachweise für viele der Aussagen von Gimbutas geliefert. Auch international wird dem Konzept "Alteuropa" immer mehr Aufmerksamkeit beigemessen. Ich nenne hier nur die Studien des Amerikaners David Anthony und die in Russisch publizierten Werke von Valentin Dergachëv. Das Kulturschaffen Alteuropas ist in den letzten Jahren in verschiedenen großen Ausstellungen gewürdigt worden, so in den Vatikanischen Museen in Rom und in New York.

Wir alle wissen, wie schwer es ist, stereotype Lehrmeinungen durch Inhalte neuen Wissens zu ersetzen. Der altmodische Slogan "ex oriente lux" wird weiterhin von den Traditionalisten aufrecht erhalten. Die aktuellen Erkenntnisse über die historischen Realitäten in der Balkanregion fordern aber zu einem Paradigmenwechsel in der Antikenforschung heraus, nämlich im Sinn des Slogans "ex occidente lux". Die Wiege der westlichen Zivilisation stand in Alteuropa, in der Balkanregion. Mit meinen Forschungen bemühe ich mich, die Langzeitkontinuität des alteuropäischen Kulturerbes aufzuzeigen, für die Schrift bis in die mykenische Periode, für die Demokratie über die Antike hinaus bis in unsere Tage, usw. Das klingt für viele revolutionär.

Vielleicht kann ich ja mit meinen Publikationen eine intellektuelle Revolution einleiten.

 

Geopolitika Ausgabe Mai 2013.